Biathlon Ruhpolding 2015

15.000 Besucher – Sportler, die im Ziel zusammenbrechen. Menschen in Karnevalskostümen. Landesfarbengekleidete Norweger, die für Stimmung sorgen. Ole Einar Björndalen zum Greifen nah vor den Augen. Siegesfeiern und Feuerwerk im Championspark. Ruhpolding 2015.

Wer Biathlon live verfolgen will, MUSS dorthin zum Weltcup fahren. Gänsehaut pur, wenn eine Tribüne einen Simon Schempp im Massenstart nach 15 Kilometern ins Ziel schreit. Fotofinish, Millimeterentscheidung. Riesenaufschrei von 15000 Zuschauern, als auf der Anzeigentafel Platz 1 für den Deutschen aufleuchtet.

Wer Nordic Skater oder Langläufer ist, MUSS nach Ruhpolding fahren. Pärchenbildung auf dem Übungshang, um die verschiedenen Wachski auszuprobieren. Ästhetik pur, wenn Profis auf Skating-Skiern scheinbar mühelos ihre Runden drehen. Ungläubiges Staunen über die Geschwindigkeit, mit der sie den steilen Hang hinaufsprinten. Respekt vor dem Mut, den Berg mit Karacho herunterzufahren.

Wer Fan ist, MUSS den Hexenkessel erlebt haben. Menschen, die mit Tröten, Kuhglocken aller Größen, hölzernen Ratschen und ihrer Stimme einen Höllenlärm veranstalten. Menschen, die Fähnchen, Fahnen und ausgewachsene Fahnenmasten mitgeschleppt haben, um ihre Nation nach vorne zu winken. Menschen, die stundenlang an der Strecke im Schnee ausharren, um ihre Biathleten nach vorne zu schreien. Menschen, die sich bei einem Erfolg in den Armen liegen.

Wer Bayern liebt, MUSS einmal dort gewesen sein. Der Glühwein schmeckt anders als beim heimischen Weihnachtsmarkt, die Bratwurst ist klein und kommt im Viererpack daher, das Weizen fließt aus dem Fass, die Musik kommt nicht aus der Konserve, sondern aus Blasinstrumenten. Bei besoffener Marille, Haselnussschnaps und Obstler tut der Kopf am nächsten Tag vielleicht a bisserl weh. Aber die Sportlerseele wurde balsamiert.

Wer Biathlon in Ruhpolding nie erlebt hat, hat was versäumt!